Fremdgegangen (I): Zur Rückkehr des Michael S. aus Kerpen
Da haben wir den Salat: Michael Schumacher, der für reinrassige Fußballfans seine wichtigsten Auftritte als erhobener Optimismus-Daumen bei Harald Schmidt hatte, kann die Finger nicht vom Lenkrad lassen.
Seit 48 Stunden scheint der Boulevard kein anderes Thema mehr zu kennen (abgesehen von zwei weiteren Randnotizen des Motorsports: BMW-Ausstieg aus der Formel 1 und Ulla Schmidts Strafrunde in Alicante), und Deutschland überschlägt sich angeblich vor Begeisterung. Davon merke ich nichts.
Mit vereinten Kräften den Karren rückwärts aus dem Dreck ...
Vielleicht merke ich davon aber auch nur deshalb nichts, weil mich die Formel 1 seit jeher gelangweilt hat. Immerhin nimmt die heutige Ausgabe der WELT die Schumacher-Berichterstattung zum Anlass, eine interessante Zusammenstellung von Comebacks in der Welt des Sports zu veröffentlichen. Da geht der Bogen von Muhammad Ali (Boxen) über Michael Jordan (Basketball), Katarina Witt (Eiskunstlauf), Martina Nawratilowa (Tennis), Lance Armstrong (pharmamedizinische Feldversuche), Niki Lauda (Formel 1), Henri Maske (Boxen) und Mario Lemieux (Eishockey) bis hin zu Birgit Fischer (Kanu). Und was fällt bei dieser Zusammenstellung auf? Richtig: kein Fußballer dabei. Glücklicherweise.
Denn irgendwie haben diese Comebacks doch immer etwas verzweifeltes, gewolltes, aussichtsloses. Und erstaunen würde es wohl niemanden, wenn Schumachers Comeback augenblicklich die Quoten der Formel 1-Übertragungen hochschnellen lässt, ansonsten aber ähnlich schnell verzweifelt, gewollt und aussichtslos wirkt. Denn dass Michael Schumacher sich aus reiner Nächstenliebe (zu Felipe Massa) und Loyalität (zu den Ferraristi) wieder ins Cockpit steigt, das glauben dann wohl doch nur die wenigsten.
Als fundamentaler ("Netter Gag mit begrenzter Halbwertszeit") betrachtet schließlich das Handelsblatt Schumachers Comeback. Diese Anamnese attestiert der Formel 1 ein ernsthaftes Image-Problem: Die farcehafte Diskussion FIA vs. FOTA, die Fragestellung, wie zeitgemäß zwischen Wirtschaftskrise und Klimawandel das Verbrennen von Benzin und Millionen im großen Stil ist (vgl. BMW-Ausstieg aus der Formel 1), und letzlich auch das Fehlen der großen Stars; der Laudas, der Sennas, der Stewarts, der Hills - und jetzt eben (voerst) nicht mehr: des Schumachers.
Ich lehne mich dabei zurück und freue mich, dass ein Fallrückzieher klimaneutral ist, dass es die 50+1-Regelung noch gibt, dass es heuer in der Bundesliga mehr Stars als je zuvor gibt -- und dass es wieder losgeht.
Ab heute Abend rollt der Ball wieder im DFB-Pokal, nächste Woche dann auch in der Bundesliga.
Bildnachweis:
Seit 48 Stunden scheint der Boulevard kein anderes Thema mehr zu kennen (abgesehen von zwei weiteren Randnotizen des Motorsports: BMW-Ausstieg aus der Formel 1 und Ulla Schmidts Strafrunde in Alicante), und Deutschland überschlägt sich angeblich vor Begeisterung. Davon merke ich nichts.
Mit vereinten Kräften den Karren rückwärts aus dem Dreck ...
Vielleicht merke ich davon aber auch nur deshalb nichts, weil mich die Formel 1 seit jeher gelangweilt hat. Immerhin nimmt die heutige Ausgabe der WELT die Schumacher-Berichterstattung zum Anlass, eine interessante Zusammenstellung von Comebacks in der Welt des Sports zu veröffentlichen. Da geht der Bogen von Muhammad Ali (Boxen) über Michael Jordan (Basketball), Katarina Witt (Eiskunstlauf), Martina Nawratilowa (Tennis), Lance Armstrong (pharmamedizinische Feldversuche), Niki Lauda (Formel 1), Henri Maske (Boxen) und Mario Lemieux (Eishockey) bis hin zu Birgit Fischer (Kanu). Und was fällt bei dieser Zusammenstellung auf? Richtig: kein Fußballer dabei. Glücklicherweise.
Denn irgendwie haben diese Comebacks doch immer etwas verzweifeltes, gewolltes, aussichtsloses. Und erstaunen würde es wohl niemanden, wenn Schumachers Comeback augenblicklich die Quoten der Formel 1-Übertragungen hochschnellen lässt, ansonsten aber ähnlich schnell verzweifelt, gewollt und aussichtslos wirkt. Denn dass Michael Schumacher sich aus reiner Nächstenliebe (zu Felipe Massa) und Loyalität (zu den Ferraristi) wieder ins Cockpit steigt, das glauben dann wohl doch nur die wenigsten.
Als fundamentaler ("Netter Gag mit begrenzter Halbwertszeit") betrachtet schließlich das Handelsblatt Schumachers Comeback. Diese Anamnese attestiert der Formel 1 ein ernsthaftes Image-Problem: Die farcehafte Diskussion FIA vs. FOTA, die Fragestellung, wie zeitgemäß zwischen Wirtschaftskrise und Klimawandel das Verbrennen von Benzin und Millionen im großen Stil ist (vgl. BMW-Ausstieg aus der Formel 1), und letzlich auch das Fehlen der großen Stars; der Laudas, der Sennas, der Stewarts, der Hills - und jetzt eben (voerst) nicht mehr: des Schumachers.
Ich lehne mich dabei zurück und freue mich, dass ein Fallrückzieher klimaneutral ist, dass es die 50+1-Regelung noch gibt, dass es heuer in der Bundesliga mehr Stars als je zuvor gibt -- und dass es wieder losgeht.
Ab heute Abend rollt der Ball wieder im DFB-Pokal, nächste Woche dann auch in der Bundesliga.
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Schumi sagt F1-Comeback ab, da hat sich wohl einer zu weit aus dem Fenster gelehnt: http://redir.ec/CYJX