Der Abstieg der Hertha
Der Abstieg der Berliner Hertha ist ja wirklich frappierend. In der vergangenen Saison noch Spitzenreiter und gehypter Hauptstadtclub, nun Schlusslicht und Abstiegskandidat Nummer 1. Doch woran mag es liegen? Preetz? Woronin? Hoeneß? Favre?
Dem letztgenannten die Schuld in die Schuhe zu schieben ist natürlich ein leichtes. Sich zuerst auf den Trainer einzuschießen hat, nicht nur in Deutschland, Tradition und ist so absehbar, dass man es einfach nicht ernst nehmen kann. Schade ist allerdings, dass nicht nur die Bildzeitung laut über ein angebliches Ultimatum berichtete, sondern auch die SZ in diesen Chor einstimmt. Da schreibt Jürgen Schmieder doch tatsächlich mehr oder minder unverblümt, dass er Lucien Favre als Trainer für gescheitert hält:
Dem letztgenannten die Schuld in die Schuhe zu schieben ist natürlich ein leichtes. Sich zuerst auf den Trainer einzuschießen hat, nicht nur in Deutschland, Tradition und ist so absehbar, dass man es einfach nicht ernst nehmen kann. Schade ist allerdings, dass nicht nur die Bildzeitung laut über ein angebliches Ultimatum berichtete, sondern auch die SZ in diesen Chor einstimmt. Da schreibt Jürgen Schmieder doch tatsächlich mehr oder minder unverblümt, dass er Lucien Favre als Trainer für gescheitert hält:
Der Wissenschaftler Favre muss mittlerweile einsehen, dass Fußball eben
doch ein Sport ist und dass sich im Sport vieles nicht planen lässt -
weil Spieler eben doch keine Marionetten sind, die immer dorthin
laufen, wohin der Trainer sie schickt.
In der vergangenen Saison waren System- und Konzepttrainer im deutschen Fußballfeuilleton außerordentlich beliebt: Man erinnere sich an Ralf Rangnick, Martin Jol und eben Lucien Favre. Ich halte es jedoch nicht für möglich, dass ein Trainer und sein Spielsystem noch im Frühjahr 2009 als Mutter der Berliner Erfolges gelten und diesselben nur 6 Monate später der Grund allen Übels sein sollen. Schade, dass auch die SZ so schnell umschwenkt.
Die Abgänge Pantelic, Woronin und Simunic sind in der Tat schwer zu verkraften und daher mit ein Grund für das schlechte Abschneiden. Allerdings: Gegen Hannover, Gladbach, Mainz, Bochum und Freiburg hätte die Hertha in der vergangenen Saison auch dann gewonnen, wenn alle drei rot gesperrt gewesen wären. Dieses Auftaktprogramm war nun wirklich nicht unbesiegbar, die Gründe müssen also woanders liegen.
Preetz? Zu unerfahren, zu jung, zu neu? Mag sein. Allerdings hat er sein Bestes getan. Woronin und Pantelic konnten einfach nicht mehr aufgehalten werden, das hat Dieter Hoeneß zu verantworten, und mit Kringe, Cesar und Ramos wurde im Rahmen der Berliner Mittel vernünftige Neuzugänge getätigt.
Der Fehler liegt schlicht und ergreifend in der Intepretation: Die Hertha ist nicht so gut wie im letzten Jahr, aber auch nicht so schlecht, wie die Presse sie darstellt. Es ist zu naheliegend, und es klingt einfach zu spektakulär, in der jetztigen Situation Favre und seine Elf niederzumachen. Wenn Hoffenheim richtige Probleme hätte und sich zu so einem frühen Zeitpunkt der Saison auf einem Abstiegsplatz wiederfinden würde, dann würde alle Journalisten dieser Republik aufschreien, aber niemand würde ernsthaft daran zweifeln, dass Ralf Rangnick ein kompetenter Trainer und die Mannschaft eine qualitativ hochwertige Truppe ist, oder?
Und so ist es auch mit Hertha BSC. Man kann den Verein mögen oder nicht mögen, in meinem Falle eher nicht mögen, aber es würde mich wirklich wundern, wenn die Presse nach dem 10. Spieltag nicht schon wieder einen anderen Verein als Zielscheibe gefunden hätte. Denn die Hertha wird dann wieder dort sein, wo sie hingehöft: Ins triste, unaufgeregte Bundesliga-Mittelfeld, irgendwo zwischen Frankfurt und Hannover.
Die Abgänge Pantelic, Woronin und Simunic sind in der Tat schwer zu verkraften und daher mit ein Grund für das schlechte Abschneiden. Allerdings: Gegen Hannover, Gladbach, Mainz, Bochum und Freiburg hätte die Hertha in der vergangenen Saison auch dann gewonnen, wenn alle drei rot gesperrt gewesen wären. Dieses Auftaktprogramm war nun wirklich nicht unbesiegbar, die Gründe müssen also woanders liegen.
Preetz? Zu unerfahren, zu jung, zu neu? Mag sein. Allerdings hat er sein Bestes getan. Woronin und Pantelic konnten einfach nicht mehr aufgehalten werden, das hat Dieter Hoeneß zu verantworten, und mit Kringe, Cesar und Ramos wurde im Rahmen der Berliner Mittel vernünftige Neuzugänge getätigt.
Der Fehler liegt schlicht und ergreifend in der Intepretation: Die Hertha ist nicht so gut wie im letzten Jahr, aber auch nicht so schlecht, wie die Presse sie darstellt. Es ist zu naheliegend, und es klingt einfach zu spektakulär, in der jetztigen Situation Favre und seine Elf niederzumachen. Wenn Hoffenheim richtige Probleme hätte und sich zu so einem frühen Zeitpunkt der Saison auf einem Abstiegsplatz wiederfinden würde, dann würde alle Journalisten dieser Republik aufschreien, aber niemand würde ernsthaft daran zweifeln, dass Ralf Rangnick ein kompetenter Trainer und die Mannschaft eine qualitativ hochwertige Truppe ist, oder?
Und so ist es auch mit Hertha BSC. Man kann den Verein mögen oder nicht mögen, in meinem Falle eher nicht mögen, aber es würde mich wirklich wundern, wenn die Presse nach dem 10. Spieltag nicht schon wieder einen anderen Verein als Zielscheibe gefunden hätte. Denn die Hertha wird dann wieder dort sein, wo sie hingehöft: Ins triste, unaufgeregte Bundesliga-Mittelfeld, irgendwo zwischen Frankfurt und Hannover.
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Obwohl ich glaube, dass so Umstürze im Umfeld a la Abgang von Hoeneß doch mehr auf so eine Mannschaft einwirken, als man denkt, und auch mehr als seine Nachfolger es vermutlich wahrhaben wollen!