Kommentare zum 2. Spieltag: Vom schönen Bruno, Angela Merkel und Hape Kerkeling
Wunderbar, dieser zweite Spieltag. Denn so langsam haben sich auch die Journalisten der Republik warm geschrieben und uns diese Woche einige wunderbare Kommentare beschert. Sogar bei Spiegel Online!
Beginnen wir mit dem Deutschen Meister, dem VfL Wolfsburg, und der Süddeutschen Zeitung. Christof Kneer vergleicht in der SZ, übrigens einer der besten Kommentare, die ich seit langem gelesen habe, Wolfsburgs neuen Angreifer Martin mit einem Porsche und sieht den VfL zum jetzigen Saisonzeitpunkt wesentlich weiter entwickelt als den FC Bayern. Wo er völlig recht hat. Die ganze Liga konzentriert sich auf und berichtet über die van Gaalsche Vorbereitung, während Armin Veh still und heimlich aus dem Meister einen Meisterschaftskandidaten macht:
Und auch bei seiner Warnung gegen Schluß gebe ich Christoph Kneer recht:
Stimmt. Es bleibt abzuwarten, wie sich Wolfsburg im Oktober mit der ein oder anderen CL-Partie in den Knochen präsentieren wird.
In der FAZ (Peter Heß) hingegen wird der Vergleich nicht zwischen Wolfsburg und München, sondern zwischen München und München gezogen:
Ein wenig gestrig dieser Vergleich, oder? (Genauso könnte man ja argumentieren, dass der VfB Stuttgart irgendwann in den achtzigern schon einmal mit 2 Siegen in die Saison gestartet ist. Markus Babbel sollte sich also vor dem langen Schatten von Arie Haan in Acht nehmen…)
Allerdings stecke im Kader so viel Qualität,
Das sitzt. Wobei die Bayern bekanntlich über die Europa League hinauswollen, so dass es durchaus Sinn gibt, Louis van Gaal an Stelle von Horst Schlämmer an der Seitenlinie zu haben. Über die kleine Schwester der FAZ, die FAS, habe ich mich am Sonntag übrigens ganz schön aufgeregt. Hat jemand ebenfalls dieses unsägliche Magath-Interview gelesen? Manchmal fragt man sich, weshalb den Journalisten keine neuen Fragen einfallen. Ein Interview mit Felix Magath zum Thema Macht zu führen ist nun wirklich nichts neues, oder?
À propos Felix Magath, dem neuen Liebling des gehobenen Fußballfeuilletons. Neben diesem fasst schon devoten Interview in der FAS scheint auch das politische Pendant, die TAZ, in Form von Stefan Osterhaus dem Schalker Trainer nahezu verfallen zu sein:
Alle lieben Magath? Nicht ganz. Marcel Reif beispielsweise begeistert sich im Tagesspiegel für Jürgen Klopp und seinen BVB:
Peter Ahrens hingegen, der stilistische Gewinner des Spieltages, bekennt sich auf Spiegel Online zu seinen Gefühlen für den Hamburger Coach:
Aha. Interessant. Wirklich interessant ist allerdings seine Langzeitanalyse des Wirkens von Rudi Völler in Leverkusen:
Treffender kann man es nicht ausdrücken. Bleiben wir gespannt, wer den kommenden Spieltag dominiert: Der „konziliante Armin Veh“ (Peter Heß), der „extrovertierte Kloppo“ (Marcel Reif), der "Stratege Felix Magath" (Stefan Osterhaus) oder doch der "schöne Bruno" (Peter Ahrens)?
Bild: Flickr.com/niss, veröffentlicht unter der Creative Commons-Lizenz.
Wunderbar, dieser zweite Spieltag. Denn so langsam haben sich auch die Journalisten der Republik warm geschrieben und uns diese Woche einige wunderbare Kommentare beschert. Sogar bei Spiegel Online! Beginnen wir mit dem Deutschen Meister, dem VfL Wolfsburg, und der Süddeutschen Zeitung. Christof Kneer vergleicht in der SZ, übrigens einer der besten Kommentare, die ich seit langem gelesen habe, Wolfsburgs neuen Angreifer Martin mit einem Porsche und sieht den VfL zum jetzigen Saisonzeitpunkt wesentlich weiter entwickelt als den FC Bayern. Wo er völlig recht hat. Die ganze Liga konzentriert sich auf und berichtet über die van Gaalsche Vorbereitung, während Armin Veh still und heimlich aus dem Meister einen Meisterschaftskandidaten macht:
„Bei gleicher Dynamik wirkt der VfL eher noch geländegängiger als zuletzt -
zu sehen in Köln, wo die Elf ein 0:1 mit muskulöser Coolness in ein 3:1 verwandelte.“
zu sehen in Köln, wo die Elf ein 0:1 mit muskulöser Coolness in ein 3:1 verwandelte.“
Und auch bei seiner Warnung gegen Schluß gebe ich Christoph Kneer recht:
„Wie strapazierfähig diese mit Millionen aufgemotzte Werkself wirklich ist, wird sich aber erst zeigen, wenn sie nun in die Formel 1 des Fußballs einsteigt: in die
Champions League, gegen die die Bundesliga nichts weiter ist als, sagen wir, die deutsche Tourenwagen-Meisterschaft.“
Champions League, gegen die die Bundesliga nichts weiter ist als, sagen wir, die deutsche Tourenwagen-Meisterschaft.“
Stimmt. Es bleibt abzuwarten, wie sich Wolfsburg im Oktober mit der ein oder anderen CL-Partie in den Knochen präsentieren wird.
In der FAZ (Peter Heß) hingegen wird der Vergleich nicht zwischen Wolfsburg und München, sondern zwischen München und München gezogen:
„Auch nicht besser als bei Klinsmann.“
Ein wenig gestrig dieser Vergleich, oder? (Genauso könnte man ja argumentieren, dass der VfB Stuttgart irgendwann in den achtzigern schon einmal mit 2 Siegen in die Saison gestartet ist. Markus Babbel sollte sich also vor dem langen Schatten von Arie Haan in Acht nehmen…)
Allerdings stecke im Kader so viel Qualität,
„dass auch Angela Merkel, Hape Kerkeling oder Til Schweiger die Profis betreuen könnten,
ohne dass die Qualifikation für die Europa League gefährdet wäre.“
ohne dass die Qualifikation für die Europa League gefährdet wäre.“
Das sitzt. Wobei die Bayern bekanntlich über die Europa League hinauswollen, so dass es durchaus Sinn gibt, Louis van Gaal an Stelle von Horst Schlämmer an der Seitenlinie zu haben. Über die kleine Schwester der FAZ, die FAS, habe ich mich am Sonntag übrigens ganz schön aufgeregt. Hat jemand ebenfalls dieses unsägliche Magath-Interview gelesen? Manchmal fragt man sich, weshalb den Journalisten keine neuen Fragen einfallen. Ein Interview mit Felix Magath zum Thema Macht zu führen ist nun wirklich nichts neues, oder?
À propos Felix Magath, dem neuen Liebling des gehobenen Fußballfeuilletons. Neben diesem fasst schon devoten Interview in der FAS scheint auch das politische Pendant, die TAZ, in Form von Stefan Osterhaus dem Schalker Trainer nahezu verfallen zu sein:
„Zug um Zug scheint der Stratege auf der Trainerbank geplant zu haben“ und „Der Mann hat Erfolg. Er ist der gefragteste Coach der Liga.“
Alle lieben Magath? Nicht ganz. Marcel Reif beispielsweise begeistert sich im Tagesspiegel für Jürgen Klopp und seinen BVB:
„Dortmund unterliegt Hamburg 1:4, doch mit dem BVB ist in dieser Saison eher zu rechnen als mit dem HSV.“
Peter Ahrens hingegen, der stilistische Gewinner des Spieltages, bekennt sich auf Spiegel Online zu seinen Gefühlen für den Hamburger Coach:
„Bliebe noch der Trainer. Bruno Labbadia. Der schönste Trainer der Liga.“
Aha. Interessant. Wirklich interessant ist allerdings seine Langzeitanalyse des Wirkens von Rudi Völler in Leverkusen:
„Für einen wie Völler ist Erneuerung im Fußball meist nichts anderes als neumodischer Schnickschnack - im Grunde ist er darin ein legitimer Nachfolger des Fußball-Untoten Reiner Calmund. Traditionalist Völler ist Garant dafür, dass der Bayer-Club ein ewiges Talent bleiben wird.“
Treffender kann man es nicht ausdrücken. Bleiben wir gespannt, wer den kommenden Spieltag dominiert: Der „konziliante Armin Veh“ (Peter Heß), der „extrovertierte Kloppo“ (Marcel Reif), der "Stratege Felix Magath" (Stefan Osterhaus) oder doch der "schöne Bruno" (Peter Ahrens)?
Bild: Flickr.com/niss, veröffentlicht unter der Creative Commons-Lizenz.
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