Mein Heimatverein (I) - die Vorstopper erinnern sich

Remscheid.
An das Spiel selbst erinnere ich mich noch ziemlich gut. Es muss im Frühsommer 1991 gewesen sein, wahrscheinlich ein Samstag, zumindest war es am Wochenende, nachmittags, bei herrlichem Wetter. Elf Jahre alt war ich damals, mein Vater hatte mich mit ins Stadion genommen, zu diesem Spiel, dem Entscheidungsspiel schlechthin: es ging um den Aufstieg in die (damals noch zwischen Nord und Süd zweigeteilte) zweite Fußball-Bundesliga. Der FC Remscheid, unser Heimatverein, hatte in den achtziger Jahren schon mal ein kurzes Gastspiel in der zweiten Liga gegeben, damals noch als BVL 08 Remscheid – nun stand er wieder in der Aufstiegsrunde zur zweiten Liga.
Und was für ein Spiel die Remscheider damals ablieferten, vor heimischer Kulisse! 3:0 hieß es am Ende, der FCR war wieder zweitklassig, und die Stadt zumindest für einen Tag lang im Freudentaumel.
Tja – wie sich die Zeiten doch ändern. 18 Jahre ist diese Geschichte nun her. Der FC Remscheid spielt mittlerweile nur noch sechstklassig, in der Niederrheinliga. (Immerhin – vor einem Jahr war es noch die Landesliga Niederrhein, eine Klasse drunter gar.)
Und der Gegner von damals? Lässt sich an diesem Wochenende mal wieder auswärts mit 3:0 abfertigen – allerdings in der ersten deutschen Fußball-Bundesliga, vom FC Bayern. Und das als amtierender Deutscher Meister: der VfL Wolfsburg.
Schon seltsam, wenn man sich diese beiden Mannschaften heute anschaut, die damals auch irgendwie am Scheideweg zu stehen schienen – an der Grenze zwischen Amateur- und Profifußball. Wolfsburg folgte dem FC Remscheid ein Jahr später in die zweite Liga; Remscheid hielt sich nur zwei Spielzeiten in dieser Klasse, bevor es wieder zurück in die Oberliga ging. Und während es bei den einen das Geld des Hauptsponsors nur so floss, regnete es bei den anderen höchstens durch das Tribünendach.
Dass beide Mannschaften sich in absehbarer Zeit noch einmal auf Augenhöhe begegnen, ist wohl so wahrscheinlich wieein Trainerengagement von Lothar Matthäus in der Bundesliga eine Champions-League-Teilnahme von Wacker Burghausen.
Wobei: Ob in Hoffenheim wohl Ende der achtziger Jahre irgendjemand damit gerechnet hätte, dass plötzlich ein Milliardär aus ihrem Dorfverein einmal eine Spitzenmannschaft der Bundesliga machen würde?
Eben.
Milliardäre aus Remscheid, bitte melden!
(PS: Passend dazu übrigens der Slogan, den die Damen und Herren vom FC Remscheid auf ihre Homepage gestellt haben: "Legends may sleep, but they never die". Das nenne ich doch mal gesunden Optimismus.)
Bild: Flickr.com/henrikbecker, veröffentlicht unter der Creative Commons-Lizenz.

Remscheid.
An das Spiel selbst erinnere ich mich noch ziemlich gut. Es muss im Frühsommer 1991 gewesen sein, wahrscheinlich ein Samstag, zumindest war es am Wochenende, nachmittags, bei herrlichem Wetter. Elf Jahre alt war ich damals, mein Vater hatte mich mit ins Stadion genommen, zu diesem Spiel, dem Entscheidungsspiel schlechthin: es ging um den Aufstieg in die (damals noch zwischen Nord und Süd zweigeteilte) zweite Fußball-Bundesliga. Der FC Remscheid, unser Heimatverein, hatte in den achtziger Jahren schon mal ein kurzes Gastspiel in der zweiten Liga gegeben, damals noch als BVL 08 Remscheid – nun stand er wieder in der Aufstiegsrunde zur zweiten Liga.
Und was für ein Spiel die Remscheider damals ablieferten, vor heimischer Kulisse! 3:0 hieß es am Ende, der FCR war wieder zweitklassig, und die Stadt zumindest für einen Tag lang im Freudentaumel.
Tja – wie sich die Zeiten doch ändern. 18 Jahre ist diese Geschichte nun her. Der FC Remscheid spielt mittlerweile nur noch sechstklassig, in der Niederrheinliga. (Immerhin – vor einem Jahr war es noch die Landesliga Niederrhein, eine Klasse drunter gar.)
Und der Gegner von damals? Lässt sich an diesem Wochenende mal wieder auswärts mit 3:0 abfertigen – allerdings in der ersten deutschen Fußball-Bundesliga, vom FC Bayern. Und das als amtierender Deutscher Meister: der VfL Wolfsburg.
Schon seltsam, wenn man sich diese beiden Mannschaften heute anschaut, die damals auch irgendwie am Scheideweg zu stehen schienen – an der Grenze zwischen Amateur- und Profifußball. Wolfsburg folgte dem FC Remscheid ein Jahr später in die zweite Liga; Remscheid hielt sich nur zwei Spielzeiten in dieser Klasse, bevor es wieder zurück in die Oberliga ging. Und während es bei den einen das Geld des Hauptsponsors nur so floss, regnete es bei den anderen höchstens durch das Tribünendach.
Dass beide Mannschaften sich in absehbarer Zeit noch einmal auf Augenhöhe begegnen, ist wohl so wahrscheinlich wie
Wobei: Ob in Hoffenheim wohl Ende der achtziger Jahre irgendjemand damit gerechnet hätte, dass plötzlich ein Milliardär aus ihrem Dorfverein einmal eine Spitzenmannschaft der Bundesliga machen würde?
Eben.
Milliardäre aus Remscheid, bitte melden!
(PS: Passend dazu übrigens der Slogan, den die Damen und Herren vom FC Remscheid auf ihre Homepage gestellt haben: "Legends may sleep, but they never die". Das nenne ich doch mal gesunden Optimismus.)
Bild: Flickr.com/henrikbecker, veröffentlicht unter der Creative Commons-Lizenz.
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