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Gegenthese: Arjen Robben ist nicht David Odonkor!
Nun hat Vorstopper Wichelmann also soeben die These aufgestellt, Arjen Robben wäre nicht mehr als ein halbwegs überdurchschnittlich schneller Spieler, der das seltene Glück hatte durch eine aus taktischen Gründen aufgelöste Abwehrreihe hindurch spazieren zu dürfen und zwei Tore quasi geschenkt zu bekommen. So einfach ist das also mit den Traumdebüts, und ab sofort wird Herr Robben sich auch wieder einreihen in die Ahnengalerie um David Odonkor, Alexander Zickler und andere verhinderte Kurzstreckenläufer und Leichtathleten.

Vorstopper Wichelmann kann also eigentlich gar nicht den Arjen Robben meinen, der in den letzten Jahren immer wieder überragende Leistungen eingestreut hat für europäische Spitzenteams, die zwangsläufig auch mit defensiv eingestellten Mannschaften zu kämpfen hatten - inklusive besagten Zehner-Abwerketten auf Höhe des eigenen Strafraums-
Auch die paar wenigen Spielzüge, die man gegen Wolfsburg bewundern durfte, deuten wohl eher auf den gegenteiligen Befund hin: Robben fühlt sich durchaus wohl auf kleinstem Raum und zeigt Kontrolle, Timing und Übersicht, die mit stumpfen Sprints die Außenbahn entlang eher wenig gemein haben.
Nun stimmt es natürlich, dass der Robben-Transfer kaum mit strategischem Kalkül und umso mehr mit nervösen Panikattacken auf Seiten des Münchner Fußballadels begründet werden kann. So zeugt die kindliche, gespielt lässige Tribünenhüpferei von Herrn Hoeneß nur noch begrenzt von alter Selbstsicherheit - entspannt lebt es sich als Nachfolger von Jürgen Klinsmann, denn beim ersten Mal war’s der Trainer, beim zweiten Mal der Vorstand.
Allerdings sollte dieser Umstand nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bundesliga dank Robben zum ersten Mal seit Bayer Leverkusen anno 2002 ein Mittelfeld zu bieten hat, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit spielerisches Potenzial auf Augenhöhe mit der europäischen Spitzenklasse besitzt – sogar, wenn van Bommel wieder mitkicken darf. Und dafür kann man auch mal großzügig über die Spirenzchen der bayerischen Chefetage hinwegsehen.
Veröffentlicht von Daniel Neuhann um 08:09:46 am 07.09.2009 in Rubrik "Der Steilpass"
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