
Robben.
Am vergangenen Samstag erlebte ja die Bundesliga die Premiere des neuen super-duper-Duos Robben und Ribery. Robben rannte die Wolfsburger in Grund in Boden, die Medien überschlugen sich vor Freude und die Hoeneß-Bayern zeigen wieder ihr stolzes und selbstgerechtes Gesicht. Aber eigentlich ist Robben lediglich ein Mann der zweiten Halbzeit, findet Vorstopper Wichelmann. Denn der Erfolg gegen Wolfsburg war mehr als absehbar.
Sind wir mal ehrlich, was wurde landauf landab von Arjen Robben erwartet? Dass er extrem schnell die Seitenlinie entlang läuft. 10,5 Sekunden auf 100 Meter, für insgesamt ca. 24 Millionen Euro. Nun führen die Bayern gegen Wolfsburg 1:0 und spielen derart dominant, dass der Sieg völlig ungefährdet erscheint. In der zweiten Halbzeit bleibt den Wolfsburgern nichts anders übrig als alles nach vor zu werfen und die Räume hinten zu öffnen. Dass dann ein frischer Mann mit hoher Grundgeschwindigkeit die ihm geschenkten freien Räume nutzt und die ermüdete Abwehr einfach überläuft ist zwar etwas tolles (und von van Gaal ein geschickter Schachzug) grundsätzlich jedoch erwartbar, oder? Umso unverständlicher war für mich dann der überschwängliche Jubel der Medien und das selbstgerechte Feiern des Uli Hoeneß. Man kann sich auch für viel Geld einen Porsche anschaffen und ein Wettrennen gegen eine Vespa veranstaltet. Es wäre ein wenig albern, den Sieg des Porsche groß zu feiern und das eigene Einkaufgeschick anzupreisen, oder?
Ich bin gespannt auf die Leistungen von Arjen Robben bei Spielen gegen schwächere Teams, die sich von der ersten Sekunde an hinten reinstellen. Da kann er so schnell von der Mittelinie zum Strafraum laufen wie er möchte, das Tempo bringt nichts, wenn ihn dort eine Blockade aus 10 Feldspielern erwartet. Insbesondere in der ersten Halbzeit, wenn die Räume noch nicht so offen sind und die Bayern mit Robben das Spiel selbst machen müssen. Vielleicht ist ja Robben eher ein Mann der zweiten Halbzeit (was nicht schlimm wäre, da er auf diesem Metier sicher einer der besten ist). Wir werden sehen.
Aber eigentlich sollte man gar nicht groß meckern, denn immerhin hat Robben der Bundesliga jetzt schon ein Geschenk gemacht: Er hat den stacksigen und völlig uneleganten Luca Toni aus der Startelf vertrieben…danke!
Bild: Flickr.com/dievorstopper, veröffentlicht unter der Creative Commons-Lizenz.

Kommentieren (2)
Empfehlen
RSS-Feed abonnieren
Robbens Fähigkeiten sind lang nicht wie bei einem gewissen Alex Z. auf seine Schnelligkeit beschränkt. Er ist zudem beidfüßig, hat eine herausragende Schusstechnik und vor allem ist er dribbelstark. Und eben letztgenannte Fähigkeit ist genau das richtige Rezept gegen defensiv eingestellte Teams, nicht den Ball verwalten sondern die eins gegen eins Situation suchen.
Bei Chelsea und Real hat er über Jahre top Leistungen abgeliefert. Gerade in der letzen Saison war er einer, wenn nicht sogar der herausragenden Spieler in Madrid, weshalb die Kritik an Perez nach diesem Transfer nicht zu überhören war. Einziges Manko sind die muskulären Probleme mit denen er immer wieder zu kämpfen hatte. Durch ein spezielles Training soll er dieses Problem seit geraumer Zeit aber auch besser im Griff haben.
Meiner Meinung nach ein absoluter Coup von den Bayern sich so einen Spieler geschnappt zu haben, ManU beispielsweise zuvor gekommen zu sein und eine Aufwertung für die gesamte Liga.